Locken und Afrohaar im Salon: Wann lohnt sich eine Fortbildung wirklich?

Curly Hair and Afro Hair Training: Does Your Salon Actually Need It?

Hand aufs Herz: Was passiert in deinem Salon, wenn jemand mit stark gelocktem Haar einen Termin möchte? Ist das Business as usual, oder wird erst mal geschaut, wer im Team sich das zutraut?

Das ist keine Fangfrage. Viele Friseur*innen können hervorragend schneiden und haben trotzdem kaum Erfahrung mit Locken und Afrohaar. Denn nicht jede Ausbildung vermittelt, wie unterschiedlich Haarstrukturen beim Schneiden, Styling und Trocknen reagieren.

Eine Fortbildung lohnt sich nicht, weil „Locken gerade im Trend sind“. Sie lohnt sich, wenn dein Team danach Dinge kann, bei denen es vorher unsicher war. Und genau darum sollte es gehen.

1. Dein Team schneidet gut. Aber beurteilt es auch die fertige Lockenform?

Stell dir vor, deine Kundin möchte eine schöne runde Silhouette. Im nassen Zustand wirkt die Länge passend. Nach dem Trocknen zieht sich das Haar zusammen und die Form sieht ganz anders aus.

Das Problem ist nicht automatisch der Schnitt selbst. Oft fehlt das Verständnis dafür, wie natürliche Fallrichtung, Shrinkage und Volumen zusammenhängen. Und warum man die Form bei Locken und Afrohaar von vorne, von der Seite und von hinten beurteilen sollte.

Genau dieses räumliche Denken gehört für mich zu einer guten Weiterbildung. Nicht einfach: „Hier ist eine Schnitttechnik, mach sie nach.“ Sondern: „Warum schneidest du genau hier, und was passiert dadurch mit der Gesamtform?“

2. Styling ist bei Locken kein hübsches Extra

Ein Schnitt und das anschließende Wash-and-Go gehören zusammen. Wenn sich die Locken nach der Wäsche anders bündeln, kann die fertige Silhouette auch anders wirken.

Deshalb sollte dein Team verstehen, wie Produktauftrag, Definition und Trocknung das Ergebnis beeinflussen. Sonst kann es passieren, dass ein Schnitt auf dem Papier funktioniert, das Finish aber nicht zu dem passt, was die Kundin eigentlich wollte.

3. Was kann die Kundin nach dem Termin selbst?

Ein schönes After-Foto ist toll. Aber wenn die Kundin beim nächsten Wash Day nicht weiß, wie sie ihre Haare stylen soll, fehlt ein wichtiger Teil des Services.

Frag dich: Erklärt dein Team, warum es bestimmte Schritte macht? Zeigt es, was davon zu Hause realistisch ist? Oder bleibt die Routine ein Salon-Geheimnis?

Woran erkennst du eine gute Fortbildung?

Ich würde als Saloninhaber*in diese Fragen stellen:

  • Lernt mein Team, wann ein Curl-by-Curl-Schnitt sinnvoll ist und wann eine ausgekämmte Schnittweise besser zum gewünschten Look passt?
  • Wird erklärt, wie man ohne unnötige Spannung schneidet und die Shrinkage berücksichtigt?
  • Geht es auch um Beratung, Wash-and-Go und Trocknung, statt nur um einen coolen Schnitt?
  • Können die Friseur*innen selbst üben und ihre Entscheidungen besprechen?

Und die Umsatzfrage? Klar kann mehr Kompetenz ein neues Angebot, Stammkundschaft und Empfehlungen unterstützen. Aber ein Zertifikat allein füllt dir keinen Terminkalender. Dein Team muss das Gelernte im Salon auch anwenden können.

Genau dafür gibt es Babeyhair Pro: meine Inhouse-Schulung für bestehende Salonteams. Ich vermittle mein Afrocurls-System und wir verbinden Theorie mit Übungen an Übungskopf und Modell. Kein bloßes Zuschauen, sondern verstehen und machen.

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